Einführung

E-Books


MS-DOS Kurs


Ein Blick auf die Systemdiskette

Auf jedem Datenträger ist ein Inhaltsverzeichnis (Directory) über alle vorhandenen Daten angelegt. Mit folgendem Befehl kann man sich dieses auf dem Bildschirm anzeigen lassen.

A>dir<ENTER>

Datentraeger in Laufwerk A ist Dos 3.30
Inhaltsverzeichnis von A:\

COMMAND.COM 2607 11.11.87 11.11

1 File(s) xxxxxx byte free

Bei der Eingabe von Befehlen können Groß- und Kleinbuchstaben gleichermaßen verwendet werden. Der DIR-Befehl listet uns die Namen aller Dateien auf dem aktuellen Laufwerk. Ein Name besteht aus bis zu acht Zeichen. Diese dürfen beliebig sein, aber folgende Zeichen sind nicht erlaubt:
/\[]:;,.=³"<>+
Warum der Doppelpunkt nicht erlaubt ist, wissen wir bereits. Auch die Zeichen ? und * haben eine andere Bedeutung, wie wir noch sehen werden. Ist der Dateiname kürzer als 8 Zeichen, so wird automatisch mit Leerzeichen aufgefüllt. Es folgen - durch einen Punkt getrennt - drei Zeichen, die den Typ der Datei kennzeichnen. Für die eigenen Dateien kann diese Erweiterung (Extension) gewählt werden, zum Beispiel:
.TXT für allgemeine Textdateien
.DOC für Dokumentationen
.PAS für Pascal-Quelltexte
.ASM für Assembler-Quelltexte usw.
Daneben gibt es Erweiterungen, die reserviert sind. Dazu gehören:
.EXE (execute), ausführbare Programme im DOS-Hausformat
.COM (command), ausführbare Programme mit CP/M-Konventionen
.BAT (batch), Stapelprogramme, die einfache DOS-Befehle enthalten, wie sie auf Kommandoebene verwendet werden können
.$$$ temporäre Datei, wie sie z.Bsp. Wordstar anlegt. Bei korrekter Arbeit dürfte sie nicht auf der Diskette vorzufinden sein, aber wenn während der Arbeit ein RESET erfolgt (Stromausfall oder RESET-Knopf) kann das schon mal vorkommen. Kann von Ihnen gelöscht werden.
.BAK Sicherungsdatei; die meisten Editoren bewahren die vorletzte Version unter diesem Namen zur Sicherheit auf.
Im allgemeinen ist an allen Stellen, wo ein Dateiname gefordert wird, zusätzlich die Angabe eine Laufwerkes zulässig.
Der DIR-Befehl präsentiert uns außer dem Dateinamen noch die Größe der Datei, das Datum und die Uhrzeit der letzten Änderung. Beim Schreiben einer Datei (also auch beim Ändern) trägt DOS die Zeit automatisch ein.
Auf der Systemdiskette befinden sich neben den gezeigten noch zwei weitere Dateien, die DOS nicht anzeigt: IO.SYS (bzw. IBMBIO.COM bei IBM) und MSDOS.SYS (bzw. IBMDOS.COM). Sie besitzen die Attribute einer verborgenen Datei. Das hat nicht den Grund, diese Dateien vor irgend jemanden zu verstecken (schließlich haben wir unser Betriebssystem ja ehrlich gekauft), sondern soll den Bildschirm von ihnen frei und übersichtlich halten. Diese Dateien und die Datei COMMAND.COM gehören zum Betriebssystem. Sie müssen auf der Systemdiskette (oder -platte) vorhanden sein. Während die ersten beiden Dateien (die den Betriebssystemkern enthalten) nur zum Systemstart benötigt werden, muß COMMAND.COM immer auf dem Startlaufwerk präsent sein. Diese Datei ist der Kommandointerpreter (oder auch Shell), der alle wichtigen Befehle der DOS-Kommandooberfläche - also zum Beispiel DIR - enthält. Wird ein Programm geladen (beispielsweise WordStar oder dBase), so wird er nicht benötigt und deshalb überschrieben. Nach Verlassen des Programms lädt DOS ihn vom Startlaufwerk nach. Allein deshalb schon ist es ratsam, das System von der Festplatte zu laden. Für den Fall, daß nur ein Laufwerk zur Verfühgung steht, erlaubt DOS einen Diskettenwechsel zum Nachladen des Kommandointerpreters.
COMMAND.COM ist ein Programm wie jedes andere. Wir können es mit
command<ENTER>
starten und würden uns jetzt im zweiten Kommandointerpreter befinden. Davon ist nichts zu merken (denn beide sind identisch). Verlassen wir ihn also mit
exit<ENTER>
wieder. Die Möglichkeit des Ladens eines zweiten Kommandointerpreters kann durchaus sinnvoll sein, etwa aus einem Programm heraus oder um ein komfortableres Modell zu nutzen.
Bleiben wir noch einen Moment beim DIR-Befehl. Soll nicht das aktuelle Laufwerk angezeigt werden, zum Beispiel
DIR c:<ENTER>
für das Laufwerk C:. Leerzeichen sind stetz dort nötig, wo sie in den Beispielen vorgesehen sind, in diesem Falle zwischen DIR und C:. Eine weitere Möglichkeit ist das Listen einer Gruppe von Files. Haben Sie zum Bsp. eine Textdatei geschrieben, deren Namen Sie vergessen haben (und warum sollte es Ihnen anders gehen als mir), und die Diskette ist voller Dateien: Hier wäre es möglich, sich alle Dateien vom Typ TXT
auflisten zu lassen, und zwar mit
DIR *.txt<ENTER>
Der Stern ist ein sogenannter Jocker (oder Wildcard), ebenso wie das Fragezeichen. Ein Stern steht für einen beliebigen Namen oder eine beliebige Erweiterung (bzw. deren Rest), während das Fragezeichen für einen einzelnen beliebigen Buchstaben eingesetzt werden kann:
Einige Beispiele:
a*.* alle Dateien, die mit a beginnen
pit.* alle Dateien für Pit
M??er.txt alle Textdateien für beliebig geschriebene Meiers
*.do? alle Dokumentattionen, egal ob doc oder dok
*.* alle Dateien
Die Joker haben nicht nur in Verbindung mit dem DIR-Befehl Bedeutung, sondern können überall verwendet werden, wo keine eindeutigen Dateibezeichnungen gefordert sind. Trotzdem darf man beim Löschen getrost etwas vorsichtig sein. Wer das Inhaltsverzeichnis seiner Diskette schwarz auf weiß mit nach Hause nehmen will, kann auch den Drucker zuschalten, der die Bildschirmanzeige mitdruckt.
Beispiel:
<CTRL><P>
dir
<CTRL><P>
Befinden sich sehr viele Dateien im Verzeichnis, so paßt die Anzeige nicht auf den Bildschirm. Dafür hält der DIR-Befehl zwei Schalter bereit:
dir/p Anzeige seitenweise (für page), nach 23 Zeilen wird angehalten und auf Tastendruck gewartet.
dir/w Ausgabe in fünf Spalten, dafür entfallen Dateigröße und Datum.

(c) Jürgen Richter