5.2. Dauerspeicher am Stück

Im 386-Modus erlaubt eine Auslagerungsdatei auf der Festplatte den Betrieb mehrerer Programme selbst dann, wenn der physikalische RAM-Ausbau eigentlich nicht ausreicht. Prinzipiell setzt die Verwendung einer Auslagerungsdatei die Arbeitsgeschwindigkeit von Windows 3.x herab, weil sie gegenüber schnellen RAM-Bausteinen langsamer reagiert. Die Setup-Routine ignoriert die Möglichkeit einer permanenten Auslagerung, wenn sie auf ein Netzwerk oder eine verdoppelte Festplatte stößt, ansonsten schlägt die dieses abhängig vom verfügbaren freien Platz auf der Festplatte selber vor.
ACHTUNG Eine zu groß gewählte permanente Auslagerungsdatei (über den Dreifachen des RAM) verstärkt den Zeitaufwand für die Durchsuchung des Puffers, vor allem, wenn nur nach relativ kleinen ausgelagerten Datenblöcken gesucht wird.
Die günstigste Einstellung bleibt Ihnen überlassen, denn sie ist abhängig von der RAM-Bestückung und den unfragmentierten Speicherreserven auf der Festplatte. Das Laufwerk und die Bereichsgröße stellen Sie in der »Systemsteuerung/386 erweitert« durch Anklicken von »Virtueller Speicher...« ([Alt-S]) und »Ändern...« ([Alt-d]) ein.
Keine noch so große virtuelle Auslagerungsdatei kann den physikalischen Arbeitsspeicher beliebig erweitern. Den aktuell verfügbaren Speicher in MByte als Gesamtsumme aus virtuellem Platten- und physikalischem Arbeitsspeicher zeigt Ihnen »Info...« ([Alt-o]) im Menü »[Alt-H]ilfe« zahlreicher Windows-Zubehörprogramme. Der Prozentwert darunter ist jedoch viel wichtiger, denn die »Systemresourcen« beziehen sich auf die Auslastung des gerade 64 KByte großen »local heap«-Speichers, den Windows 3.1 zur internen Systemveraltung im konventionellen Speicher benötigt. Dessen freie Kapazität entscheidet darüber, wieviele Anwendungen im Mehrprogrammbetrieb ablaufen können. Mache kleine Utility-Programme oder ein harmloser Bildschirmschoner entpuppen sich dabei als wahre Ressourcenfresser. Icons oder Dialogboxen, die nach einem neuen Bildschirmaufbau helle Flecke hinterlassen, signalisieren zu stark gesunkene Systemressourcen. Liegen die unter 20 Prozent lassen sich größere Programme selbst dann nicht mehr starten, wenn das Infofenster noch mehrere MByte »freien« Arbeitsspeicher anzeigt. Diese Dilemma ist unabhängig von der Ausstattung Ihres Rechners mit physikalischem RAM. 8 oder 16 MByte befreien Sie aber von Auslagerungen auf die ungefähr zehnmal langsamere Festplatte. Spendieren Sie Ihrem Rechner aber lieber 4 zusätzliche MByte, ehe Sie eine 386-Platine gegen ein 486-Board (heute 486- gegen ein Pentium Board) tauschen, ohne dabei auch eine adäquate Grafikkarte, eine schnelle Festplatte und auch genügend Arbeitsspeicher nachzurüsten.
Windows 3.1 läuft noch schleppender ab, wenn die Dateien und freien Bereiche auf der Festplatte zu stark zerstückelt, fragmentiert, sind. »Räumen« Sie daher die Festplatte durch den Einsatz von »defrag« oder eines anderen Hilfsprogramms regelmäßig auf, denn die festplattenintensiven Windows-Zugriffe lösen ursprünglich zusammenhängende Bereiche schnell wieder auf.
ACHTUNG Microsoft rät eindeutig davon ab, eine permanente oder temporäre Auslagerungsdatei auf einem wie auch immer komprimierten Laufwerk einzurichten.
»Doublespace« von MS-DOS 6.0 legt daher eine Auslagerungsdatei automatisch auf einem unkomprimierten Laufwerk an, sofern genügend Platz dafür zur Verfügung steht.



(c) Jürgen, Richter