5.1. Smartdrive spornt die Platte an

Verzichten Sie keinesfalls auf das mit MS-DOS und Windows gelieferte Cacheprogramm »Smartdrive«, es sein denn, Sie setzen das Alternativangebot eines anderen Herstellers ein. Smartdrive verringert den Zeitaufwand für das Aus- und Wiedereinlagern von Programmteilen zwischen dem RAM-Speicher und der Festplatte erheblich.
»smartdrv.exe« wird vom Setup in der »autoexec.bat« eingetragen oder aktualisiert, wenn Ihr PC über mindestens 512 KByte freien Erweiterungsspeicher verfügt, und paßt sich automatisch dem RAM-Ausbau des Rechners an (Tabelle 1). Je größer der Cache, desto seltener müssen die Daten von der langsameren Festplatte gelesen werden. Geben Sie am DOS-Prompt »smartdrv« ein, um die aktuellen Einstellungen am Bildschirm anzuzeigen. Die Erhöhung der Puffergröße steigert die Leistung nicht grenzenlos. Eine Verdoppelung von 512 auf 1024 KByte bringt zehn bis zwanzig Prozent, der Schritt von 1 MByte auf 2 nochmals zwischen zwei und vier Prozent Zuwachs. Auf Rechnern ab 8 MByte Arbeitsspeicher reserviert das Setup 2 MByte für die Plattenpufferung, die aber zum Teil von Windows als Arbeitsspeicher angefordert werden können, solange der Mindestwert darunter liegt. »c:\windows\smartdrv.exe 2048 1024« erlaubt Windows, die Puffergröße bis auf 1 MByte zu reduzieren, »c:\windows\smartdrv.exe 2048« ohne Mindestwert senkt die erzielbare Untergrenze auf 512 KByte. Volle 2 MByte reservieren Sie mit »c:\windows\smartdrv.exe 2049 2048«.
TIP Normalerweise tragen Sie den halben Wert der Anfangsgröße als Mindestgröße ein. Für intensiven Mehrprogrammbetrieb setzen Sie beide Zahlen gleich.
Zwei fest reservierte MByte reichen normalerweise aus, auch wenn Sie ab 8 MByte Hauptspeicher haben, denn größere Windows-Programme wie eine Datenbank oder ein DTP-Programm beziehungsweise die Bearbeitung sehr großer Dateien laufen besser ab, wenn ihnen genügend direkt ansprechbarer Arbeitsspeicher zur Verfügung steht. Die effektive Auslastung der Pufferung kontrollieren Sie ab Workgroups 3.1 beziehungsweise MS-DOS 6.0 durch Eingabe von »smartmon« unter »[Alt-D]atei-Ausführen...« im Programm- oder Dateimanager. Ein Balkendiagramm veranschaulicht die Trefferrate, die Smartdrive beim Puffern der Daten erzielt hat. Auf den einzelnen Zugriff genau ermitteln Sie die Erfolgs- beziehungsweise Mißerfolgsrate, wenn Sie in regelmäßigen Abständen ein MS-DOS-Fenster öffnen und »smartdrv /s« eingeben. Der Smartdrive-Monitor erlaubt nicht, die Größe des Chaches innerhalb von Windows zu ändern. Das geht nur über eine Änderung der »autoexec.bat« und einen Neustart des Rechners.
Neue Parameter für Smartdrive 5.0
/f Schalter für die Direkteingabe am MS-DOS-Prompt, um den Parameter »/n« zurückzusetzen
/n versetzt Smartdrive in den bisherigen Standardmodus mit sofortiger Promptanzeige nach dem Beenden von Windows
/x verhindert den verzögerten Schreibcache für alle angeschlossenen Laufwerke für größtmögliche Datensicherheit
/u schaltet die CD-ROM-Unterstützung außer Kraft, die nur bei großzügiger Speicherzuweisung über 1 MByte sinnvoll ist.
Smartdrive unterstützt Disketten- und Festplatten-, jedoch keine Netzlaufwerke. Er schreibt die gepufferten Daten zurück auf den Datenträger, sobald die Windows-Systemresourcen weniger beansprucht werden (»Leerlauf«) oder nach spätestens fünf Sekunden oder wenn Windows - auch durch einen Warmstart - beendet wird. Dieser »verzögerte Schreibzugriff« (Write-Behind-Cache) sorgt für mehr Tempo und ist als Standard voreingestellt. Um ihn auszuschalten, ergänzen Sie die Buchstaben der betreffenden Laufwerke ohne Doppelpunkt hinter dem Befehlswort wie in »c:\windows\smartdrv.exe c d 2048 2048«. Damit »verlangsamen« Sie zwar das Antwortverhalten von Windows, schützen sich aber besser vor einem Verlust der gepufferten Informationen bei einem Stromausfall oder einem Programmabsturz. Soll außer dem verzögerten Schreib- auch der Lesezugriff für ein Laufwerk aufgehoben werden, ergänzen Sie hinter dem Laufwerkbuchstaben ein Minuszeichen.
Bei Rechnern mit SCSI- oder ESDI-Festplatten steht für Smartdrive höchstwahrscheinlich noch eine zusätzliche Angabe in der »config.sys«. 386- und 486-PCs sind im Protected Mode in der Lage, die Zuordnung zwischen logischen und physikalischen Adressen zu ändern, wovon Windows 3.1 wie auch der MS-DOS-Speichermanager »emm386.exe« regen Gebrauch machen.
»device=c:\windows\smartdrv.exe /double_buffer«
weist Smartdrive an, neben den virtuellen Plattenadressen eine Sicherheitskopie mit den physikalischen Werten anzulegen, damit die gepufferten Daten nicht an falsche Zieladressen transferiert werden. Bei AT-Bus-Festplatten ist eine Doppelpufferung nur in Ausnahmefällen erforderlich. Die aktuellen Einstellungen der Smartdrive-Parameter fragen Sie durch Eingabe von »smartdrv« am Prompt ab. Steht bei einem Laufwerk unter »Pufferung« ein »Ja«, hat Windows einen ungeeigneten Controller festgestellt und die zusätzliche Zeile in der »config.sys« ergänzt. Ein Strich merkt an, daß nicht sicher ist, ob eine doppelte Pufferung benötigt wird. Diese »Analyse« ist jedoch praxisfern, weil das Windows 3.1-Installationsprogramm keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Hostadapter-Typen (vorrangig SCSI) macht. Moderne SCSI-Controller haben einen im BIOS integrierten VDS-(Virtual DMA Service)-Treiber, der die Belegung des logischen Adressraums erfaßt und damit die Doppelpufferung überflüssig macht. Das gleiche gilt für Modelle, für die ein Treiber wie »aspi4dos.sys« auf MS-DOS-Ebene aktiviert wurde. Im Zweifelsfall fragen Sie beim Hersteller des Controlers nach, ob die Windows beschleunigende Schreibverzögerung auch ohne den Eintrag in der »config.sys« unterstützt wird. Ab MS-DOS 6.2 akzeptiert Smartdrive (in der ausgelieferten Version 5.0) sehr effektiv CD-ROM-Laufwerke und arbeitet besser mit »Doublespace« zusammen (siehe Tafel: »Neue Parameter für Smartdrive 5.0«). Die neue Fassung des Puffertreibers arbeitet in der Standardvorgabe übrigens ohne den Schreibcache für Festplatten. Beenden Sie Windows 3.1, wird die MS-DOS-Bereitschaftsanzeige so lange verhindert bis der Inhalt des Schreibcaches zurückgeschrieben wurde.



(c) Jürgen, Richter