2. Dateien verwalten und verknüpfen, Drucken

Der verbesserte Dateimanager von Windows 3.1 ist nun gegenüber seinem Vorgänger endlich alltagstauglich. Er braucht sich nicht vor den modischen Windows-Ultilities, geschweige denn vor der MS-DOS-Shell zu verstecken. Ein weiterer guter Grund, die grafische Erweiterung des Betriebssystems regelmäßig einzusetzen.
JJedes Verzeichnisfenster des Dateimanagers hat unter seiner Titelzeile eine eigene Laufwerksleiste, die auch Netz oder CD-ROM-Laufwerke anzeigt. Im linken Abschnitt darunter sehen Sie die Verzeichnisstruktur des aktuellen Laufwerks, im rechten Teil die zugehörige Dateiliste. Einstellungen oder Befehle aus dem Menü des Dateimanagers wirken auf das jeweils aktive Verzeichnisfenster, das Sie an der dunklen Titelzeile beziehungsweise der unterlegten Symbolbeschriftung erkennen.
Schalten Sie die Darstellung des gerade aktiven Verzeichnisfensters über "[Alt-A]nsicht" auf eine Verzeichnis oder Dateianzeige um. Ändern Sie die Anordnung der Dateien im selben Menü durch eine Sortierung nach Name, Typ, Größe oder Endung. Mit "Angaben auswählen..." ([Alt-w]) blenden Sie bestimmte Dateiattribute ein oder aus. Markieren Sie dabei eine Checkbox "Versteckte/Systemdateien anzeigen" ([Alt-z]), finden Sie im Hauptverzeichnis von C auch die Systemdateien des Betriebssystems und die von Ihnen auf Dauer eingerichtete Auslagerungsdatei. Aktivieren Sie auf jeden Fall die Option "[Alt-V]erzweigungen kennzeichnen", damit kleine Pluszeichen schon auf der ersten Verzweigungsebene auf weitere Unterteilungen hinweisen. Mit "Schriftart..." ([Alt-a]) unter "[Alt-O]ptionen" ändern Sie Schriftart, -größe und -stil der Listenanzeigen, wenn Sie mehr Dateien auf einen Blick sehen wollen oder mit einer höheren Bildschirmauflösung arbeiten. Aktivieren Sie die "Statuszeile" ([Alt-z]) unter "[Alt-O]ptionen", denn sie enthält nützliche Informationen über das aktuelle Laufwerk beziehungsweise des aktuelle Verzeichnis
TIP Schalten Sie das Arbeitsfenster des Dateimanagers möglichst immer auf Vollbild.
Sie schaffen sich damit genügend Platz für mehrere Verzeichnisfenster, die Sie durch doppeltes Anklicken eines Elements der Verzeichnisstruktur oder eines Laufwerkbuchstabens öffnen.
Schalten Sie ein Verzeichnisfenster auf Symbolgröße oder schließen Sie es per Doppelklick auf eine Systemsteuerungs-Schaltfläche in der linken oberen Ecke. Die zuletzt verwendete Anordnung wird beim Beenden des Dateimanagers gespeichert, wenn Sie den Punkt "[Alt-E]einstellungen beim Beenden speichern" im Menü "[Alt-O]ptionen" aktiviert haben. Sie erkennen diesen Zustand an einem Häkchen vor der Befehlszeile. Die Option wird auf Wunsch gespeichert und beim nächsten Start des Dateimanagers wieder geladen.
Klicken Sie doppelt auf den Namen einer Programmdatei, startet die Anwendung auch ohne Wechsel in den Programmanager. Alternativ ziehen Sie eine geeignete Dokumentdatei auf den Programmnamen oder ein -symbol (außerhalb des Dateimanager-Fensters am unteren Bildschirmrand). Verwandelt sich der Mauszeiger über seinem Ziel in ein mit einem Pluszeichen gefülltes Seitensymbol, sind die Komponenten zueinander verträglich, und schon erfolgen der Programmstart und der Aufruf der Datei, die in einem geöffneten Arbeitsfenster erscheint, gemeinsam.
Die Windows-Installation hat bereits solche Zuordnungen in der "win.ini" unter dem Abschnitt "Extensions" eingerichtet. Für diese Fälle genügt sogar ein Doppelklick auf den Dateinamen, um die Anwendung mitzustarten. Das betrifft beispielsweise alle das Handbuch ergänzenden Informationsdateien im Write-Format und die wichtigsten Initialisierungsdateien mit der Endung "ini", deren Blattsymbole aufgrund der Zuordnung Striche enthalten. Klicken Sie doppelt auf eine Ini-Datei, wird sie automatisch in den Editor geladen, denn die entsprechende Zuordnung in der "win.ini" lautet
ini=notepad.exe ^.ini
Starten Sie probeweise einmal eine Grafik per Doppelklick auf die PCX- oder BMP-Datei direkt in Paintbrush oder eine Txt-Datei in den Editor.
STOP Mit dem Editor können Sie nur Dateien bearbeiten, die kleiner als 50 000 Zeichen sind.
Ein Doppelklick auf die 54 000 Byte umfassende "setup.txt" im Windows-Arbeitsverzeichnis löst trotz der Zuordnung "txt=notepad.exe ^.txt" nicht den Start des Editors aus, weil er nur bis 50 000 Byte große Dateien akzeptiert. Für solche Fälle starten Sie Write als Icon am unteren Bildschirmrand. Verkleinern Sie das Fenster des Dateimanagers so, daß Sie den Dateinamen auf das Write-Icon ziehen können. Write wandelt auch größere Dateien gegebenenfalls in reinen Text um, den Sie dann wieder unformatiert speichern können. Um die Endung "txt" zukünftig Write, dem besseren Editor, zuzuordnen, ändern Sie die Verknüpfung mit dem Editor in "txt=write.exe ^.txt" um oder benutzen den Befehl "Verknüpfen..." ([Alt-n]) im Datei-Menü des Dateimanagers, nachdem Sie die Dokumentdatei mit einer passenden Endung markiert haben.
STOP Bearbeiten Sie mit Write nie Exe-Dateien ! Sie zerstören damit das Programm.
Selbst wenn Sie das nur aus Neugier mit "Progman.exe" oder DLL-Dateien ausprobieren, passiert es schnell, daß die Dateien beim Verlassen dieses zufälligen Patchprogramms irrtümlich im Write-Format gespeichert werden.
Das führt spätestens beim nächsten Windows-Aufruf zu erheblichen Komplikationen.



(c) Jürgen, Richter